Morbus Scheuermann – Jugend mit schmerzhaften Folgen

„Setz dich aufrecht hin“ – die meisten Jugendlichen haben diesen Satz mehr als einmal gehört. Doch er hat einen ernsten Hintergrund. Denn wer zu lange verkrümmt sitzt oder die Wirbelsäule anders in diese Richtung belastet, kann einen Morbus Scheuermann entwickeln, abfällig auch „Buckel“ genannt.

Wie entsteht Morbus Scheuermann?

Morbus ScheuermannDie jugendliche Wirbelsäule, welche sich noch im Wachstum befindet, kann unter ungünstigen Umständen sich schnell fehlbilden. Insbesondere bei fehlender Rückenmuskulatur kann langes verkrümmtes Sitzen zur Gefahr werden, weil es keinen Gegenzug gibt. Die Voderkanten der unteren Brustwirbel werden dann zu stark belastet und es kommt zu Beschädigungen der Knorpelmasse. Dadurch verändert sich auch das Wachstum der Brustwirbel: An den vorderen Kanten wachsen sie langsamer und keilförmig. Zudem verringert sich oft die Distanz zwischen den Wirbelkörpern. Die gesamte Statik der Wirbelsäule verändert sich und es kommt zu einem Rundrücken im oberen Bereich, auch Kyphose genannt. Im unteren Bereich der Wirbelsäule entsteht wiederum zum Ausgleich ein stärkeres Hohlkreuz als gewöhnlich, die Lordose.

Wie verläuft Morbus Scheuermann?

Wenn das Wachstum der Wirbelsäule abgeschlossen ist, verändert sich normalerweise auch der Morbus Scheuermann nicht mehr. Allerdings bleiben auch die Schäden an der Wirbelsäule bestehen. Die Folgen davon können Osteochondrose, Blockaden der Wirbelsäule, hoher Verschleiß an Wirbeln und Bandscheiben sowie ein zu starker Rundrücken sein. Es entstehen also leicht Schmerzen.

Wer ist von Morbus Scheuermann betroffen?

Die Krankheit betrifft vor allem männliche Jugendliche. Im Vergleich zu weiblichen Jugendlichen sind sie vier bis fünf mal häufiger betroffen.

Wie kann Morbus Scheuermann behandelt werden?

Es gibt drei Möglichkeiten, wie Morbus Scheuermann behandelt werden kann. Zunächst ist es möglich, Physiotherapie anzuwenden. Hier gilt vor allem als Ziel, den Rücken aufzurichten und die Muskeln so zu trainieren, dass die aufrechte Haltung erhalten bleibt. Dazu wird zum einen damit gearbeitet, den Körper aufzurichten und die verkürzten Muskeln aufzudehnen. Zum anderen wird die Rückenmuskulatur trainiert.

Ist der Rundrücken bereits zu fixiert, kann eine Orthese Abhilfe schaffen. Dabei handelt es sich um ein Hartplastikkorsett, das den Körper aufrichtet. Bei einer Korsetttherapie ist jedoch eine starke Selbstdisziplin nötig, da sie besonders zu Anfang schmerzhaft sein kann. Das Korsett sollte für eine ausreichende Wirkung pro Tag etwa zwanzig Stunden getragen werden.
Auch eine chirurgische Behandlung ist bei Morbus Scheuermann grundsätzlich möglich. Dabei werden die verschlissenen Bandscheiben entfernt und durch Knochenmaterial aus dem Becken oder den Rippen ersetzt. Die Wirbelsäule wird dann aufgerichtet und mithilfe von Titanstäben in der aufrechten Form verankert. Diese Aufrichtung kann jedoch starke Schwierigkeiten und Dysbalancen der Muskulatur zur Folge haben, weswegen meist von einer Operation abgesehen wird.

Was muss sonst noch beachtet werden?

Patienten von Morbus Scheuermann sollten grundsätzlich in Bewegung bleiben und Sport treiben. Es ist jedoch nicht jeder Sport geeignet. So sollte Rudern nicht als Leistungssport betrieben werden, da hier verhältnismäßig oft Symptome von Morbus Scheuermann auftreten. Außerdem sollte der Körper nicht durch Stöße oder Sprünge zu sehr belastet werden. Ebenfalls ungeeignet ist Radfahren in Rennradhaltung.

Morbus Scheuermann ist ein Krankheitsbild, bei dem die Jugend das gesamte spätere Wohlbefinden beeinflusst. Viele Erwachsene haben deshalb noch lang Beschwerden. Hinweise, wie man diesen Beschwerden umgehen kann, findet man beispielsweise hier 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.